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Vita

1945 geboren, aufgewachsen in Biel-Bienne.
Nach der Schule Sprachaufenthalt in Lausanne.
Folgen eine kaufmännische Berufsausbildung und mehrere Jahre im Tessin, kurz auch in Italien.
Anfangs 70-iger Jahre zurück nach Biel-Bienne.
Erste Malversuche in einer Malgruppe, geführt durch Frau Regula von Arx, Arlesheim.
Herbst 1989 Beginn einer Ausbildung zur Malerin im Atelier von Hansjörg Aenis in Basel und in der Folge 1990 Umzug nach Therwil und später Basel.
Ab 1993 folgen regelmässige Ausstellungen.
2001 beginne ich mit meinen Glas-Eisenarbeiten.
November 2004 Frühpensionierung und Umzug nach La Chaux-de-Fonds.

Vergeistigte Formen

Die Farbe ist der Engel des Lichts, sagten frühe orientalische Philosophen, und die Form, sagen wir, ist der Engel des Geistes, der sich verkörpern will. Christine Supersaxo wählt die fundamentalsten Formen – Quadern und Rechtecke, Kreise und Ellipsen –, weist ihnen Farbe zu und ordnet sie geschickt im Raum an. In ihren Gemälden begegnen sich Innen und Außen, Himmel und Erde, Chockma (Geist) und Binah (Form). Binah, die Große Mutter der jüdischen Kabbala, regiert den „Pfeiler der Strenge“. Auch Christines Bilder sind streng und haben Kraft, da sie in starken, ursprünglichen Farben gemalt sind. Sie stehen außerhalb der Zeit und der Sprache. Oft hat die Künstlerin Zwillingsbilder gemalt – zwei mit schwarzen großen Kreisen hingen in einem alten Haus in St. Gallen und blicken sich nun in einer großen Dachwohnung bei Zürich an, und gerade die Unschärfe ihrer Ränder lässt sie pulsieren. Zwei hohe Bilder mit tiefblauen Rechtecken, flankiert von schwarzen Flächen, zieren ein Apartment im deutschen Markgräflerland, und da ist es die Textur des Blaus – wie Adern auf Haut –, die besticht sowie die Anordnung der Partnerflächen. Die „Zwillinge“ führen einen Dialog über Ähnlichkeit und Verschiedenheit sowie Anfang und Ende, die sich berühren; es gibt keine Zeit. Christines Gemälde sind oft die Seelen ihrer Räume. Die Bilder haben eine stille Präsenz wie Engel: unaufdringlich, bereit und beredt, wenn man sich ihnen zuwendet.

- Manfred Poser

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